Eröffnung der Ausstellung „Zum Sterben schön“: Mittwoch, 11. April 2007, 19.00 Uhr
Premiere Theaterinstallation mit Ditte Schupp: Donnerstag, 12. April 2007, 20.30 Uhr
Weitere Vorstellungen: 13.-15.4./19.-22.4./26.-29.4., jeweils 20.30 Uhr
Die Ausstellung „Zum Sterben schön“ läuft weiter bis Sonntag, 20. Mai 2007,
Do, Fr 17 - 21 Uhr, Sa, So und Feiertag 15 - 20 Uhr.
Was heißt Theaterinstallation? Wir haben diesen etwas nebulös großräumigen Begriff gewählt, weil darin unser bei Gründung des Kunstvereins whiteBOX e. V. intendiertes Theaterkonzept hinein passt.
Grundsätzlich hatten wir in der whiteBOX davon auszugehen, dass die Mutter unserer Veranstaltungen die Bildende Kunst ist. Deshalb kommt ihr in unseren Theaterarbeiten ein anderer Stellenwert zu, als dies in der Hoftheatertradition von Oper und Sprechtheater der Fall ist. Damit soll nicht gesagt sein, dass Bühnenbilder der klassischen Art keine Kunstwerke seien. Vielmehr gehen wir bei unserer Subsidiarität der Kunstformen, dass nämlich Theater, Tanz und Konzert sich ins Benehmen einer Kunsthalle einzufügen haben, davon aus, dass wir zu anderen Ergebnissen kommen. Diesem Konzept hat sich Ditte Schupp in aufwendiger Weise mit ihrer Arbeit gewidmet. Drei Bildende Künstler, Sybille Loew, Bernhard Blank und Sven Kalb, thematisieren, kommentieren und konterkarieren im unteren Stockwerk der whiteBOX das Theatersolo von Ditte Schupp. Man denkt unwillkürlich an „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky, wo Musik sich am Gang strukturieren ließ (die Promenaden) durch die Ausstellung und den einzelnen Exponaten seines verstorbenen Freundes, Kostümbildners und Architekten Viktor Hartmann, selbst. Auch an „Der gelbe Klang“, den Theaterversuch von Wassily Kandinsky lässt sich denken. Innerhalb einer Ausstellung also räsoniert nun Ditte Schupp über des Menschen zweitliebsten Themas, will man Google-Zugriffen glauben, den Tod. Sie räsoniert, sie tobt, sie zweifelt, sie häutet sich. In den Gewebeschnitten ihrer Vivisektion erkennt sie, Lilith, Stellungsnahmen des Todes. Weiterer Begleiter auf Liliths vermessener Styx-Gratwanderung ist Cornelia Kleyboldt mit ihren vielen verschiedenen Flöten. Die Flöte, die nicht zu den apollinischen Instrumenten staatlicher und anderer Überich-Strukturen, sondern zu den dionysischen gehört, passt gut ins Feld des Erotischen, Zwielichtigen, Obszönen – also des Todes?
Szenische Einrichtung: Alexander May
Kostüm: Monika Staykova
Musik: Cornelia Kleyboldt
Video: Lilith Vincon
Bildende Kunst:
Sybille Loew, Bernhard Blank, Sven Kalb
www.whitebox-ev.de